Die Kur


Dies hier ist Frau Kümmerlich.
Seht! Sie quält sich fürchterlich
mit der schweren Mutterpflicht.
Davon handelt die Geschicht'.
Betten machen, Fenster putzen,
Wäsche waschen, Fleisch anbrutzeln,
Fünf Minuten sind noch Zeit -
zum Aldi ist es ja nicht weit.
Schrubben muss sie, saugen auch,
obwohl es ihr schon schmerzt im Bauch.


Tag für Tag hat sie zu werkeln,
mit den Kindern, diesen Ferkeln.
Der große, er kommt grad nach Haus
aus einer Pfütze, welch ein Graus!
Die Tochter schmiert mit Wachsmalkreide
an die Wand mit großer Freude.
Das Kleine zappelt wild im Wagen,
will sich an Mamas Busen laben.
Doch Frau Kümmerlich muss fetzen,
das Essen auf den Ofen setzen.


Denn kommt nach Haus Herr Kümmerlich,
spielt er sich auf. Ganz fürchterlich!
Grantelt rum und regt sich auf:
"Bub, du kriegst gleich eine drauf!"
Mutter lässt die Tränen laufen.
Vater geht jetzt einen saufen
in die Kneipe gegenüber,
denn das ist ihm jetzt viel lieber.


 

Kommt er dann lieb ins Bett geschlichen,
ist Mutters Geist total entwichen.
Er wundert sich: "Was heißt Migräne?
Ich hätte jetzt ganz andre Pläne....!"
Sie dreht sich um und denkt sich nur:
"Ich brauche dringend eine Kur!
Dort lass' ich mich einmal verwöhnen.
Zuhause können sie dann stöhnen."




Denn dort bleibt ja Herr Kümmerlich.
Und seht! Er quält sich fürchterlich!